Ein kurzer Abriß meines musikalischen Werdegangs
Als ich als 14-jähriger 1979 die Gitarre entdeckte, mir meine Eltern 1982 aus einem USA- Urlaub ein Casio VL-Tone (da da da...) mitbrachten, da war mir klar: Musik machen ist mein Ding. Ich lötete mein erstes 4-Spur-Studio aus einem alten Universum- Mono- Cassettenrecorder mit ein paar Drehpotis, Schaltern und einem eisern zusammengesparten Auto-Reverse-Tonkopf (für mich damals viel: 20 DM).
Den Löschkopf konnte ich abschalten, somit war eine magnetische Mischung möglich: Auf eine bereits bespielte Spur wurde einfach nochmal ein Signal aufgenommen. Der Nachteil: man hört nicht, was vorher auf der Spur war, da der kombinierte Aufnahme-Wiedergabekopf und die Elektronik ja bereits mit der Aufnahme beschäftigt war. Deshalb 'erfand' ich 1982 die Offline-Synchronisation mit meinem ersten Drumcomputer: die Mattel (genau, die Spielzeugfirma) Synsonics Drums: Ein Teil mit 4 Pads, auf denen man herumschlagen konnte, und genau 2 Takte mit 16tel-Noten-Auflösung aufnehmen konnte.
Die erste Aufnahme bestand immer aus den Drums mit einem definierten Tempo. Wollte ich nun etwas dazu aufnehmen, hörte ich die erste Spur ab, und startete den Drumcomputer möglichst synchron- dann konnte ich, auf Aufnahme schalten, und etwas anderes dazuspielen- ist klar, daß beide Tempi irgendwann auseinander liefen... aber es ging irgendwie.
Ich bastelte mir sogar einen -man würde heute sagen: Trance- Gater: Ein Gerät in einer Uhren-Geschenkbox, das über einen lichtempfindlichen Widerstand an der Unterseite einen Transistor (BC-238) zum Durchschalten von Audio-Signalen ansteuerte. Dieses Teil stellte ich einfach auf eine blinkende LED der Mattel-Drums, schon hatte ich einen einfachen 'Zerhacker'
Um '83 herum bekam ich dann von meinem Vater ein spezielles Sony- Doppelcassettendeck mit 4-Kanal-Mixer geschenkt (das beste Geschenk, was er mir jemals gemacht hat)- endlich konnte ich sogenannte Overdub- Aufnahmen machen: Man nimmt auf das erste Tape etwas auf (z.B. Gitarre und Vocals), und mischt auf dem zweiten etwas dazu (z.B. noch 'ne Gitarre und eine zweite Stimme). Diese Cassette nimmt man wieder her, und mischt auf einer anderen wieder etwas hinzu. Ganz klar, daß mit jeder neuen Generation der Aufnahme der erste Take hörbar schlechter wurde. Aber bis zu 4 Generationen klangen noch ganz gut.
Zu dieser Zeit etablierte sich auch MIDI- ein technischer Standard, um Keyboards, Sequencer und sonstigen Musikkram zu vernetzen. Was mich zunächst noch gar nicht so recht interessierte: ich spielte nachwievor alles live ein, und kaufte mir nacheinander:
einen Headless-Bass von Cort (eine Steinberger-Kopie, aber ohne ausklappbare Stütze)
Casio CZ-101 (polyphoner Digitalsynth)
Korg DDD-1 und 2 (8-Bit-samplebasierte Drums / Percussion)
Yamaha DX-100 (digitaler FM-Synth mit 4 OPs und Minitasten)Und endlich auch einen 4-Spur-Multitracker: den X-15 von Fostex. Endlich war Ping-Pong möglich: Auf die erste Spur kamen die Drums, auf die 2. der Bass, auf die 3. Gitarre, auf die 4. konnte man alles abmischen- und hatte wieder 3 Spuren frei. So nach und nach verkaufte ich (aus heutiger Sicht) Idiot aus Geldmangel aber wieder den Casio-Synth und die Korg-Drums.
Gegen '88 leistete ich mir meinen ersten Sequencer: einen MMT-8 von Alesis. Der steuerte einen Roland MT-32 Expander an. Ein Expander ist nichts anderes als ein Keyboard ohne Tastatur. Dieser konnte jedoch gleichzeitig 8 verschiedene Klänge erzeugen! GLEICHZEITIG! In Verbindung mit dem 4-Spur-Deck hieß das: sehr komplexe Arrangements und Aufnahmen waren endlich möglich.
Es folgte meine bis dahin kreativste Phase: ich komponierte in den Jahren '86 - '95 um die 200 Titel, ohne groß neues Equipment zu kaufen. Ich hatte ständig emotionale Hochs und Tiefs- sprich: ich war ständig verliebt, zog nach München, hatte kein Geld, wurde exmatrikuliert, mußte eine neue Ausbildung anfangen, danach einen Job finden...
Na gut-1991 kaufte ich mir ein Kawai KC-10. Ein billiges Keyboard, das aber wenigstens Anschlagdynamik hatte. Vorher mußte ich alle Dynamiksachen im Sequencer programmieren- kein Spaß, jede Note in einem Zwei-Zeilen-Display einzeln zu editieren! Später kaufte ich mir einen gebrauchten Sampler- einen Roland W-30, den ich auch heute noch besitze.
In der Zwischenzeit mischte ich Live-Gigs der 6-köpfigen Band 'X-Change', dessen Sängerin Nari ich schon vorher auf vielen Tracks aufgenommen hatte. Ich lernte dabei sehr viel über Live-Mixing, -Monitoring, -Beschallung und Technik. Die Hauptsache dabei, so scheint es, ist: Die Sängerin auf dem Monitor so laut wie möglich zu drehen ohne eine Rückkopplung zu riskieren...
1996 kam dann der Umbruch- ich wurde stolzer Besitzer eines Apple Macintosh Performa 630, und konnte- neben dem damals berufsüblichen Trio Photoshop, Xpress und Illustrator- endlich auch auf einen Softwaresequencer umsteigen- ich kaufte mir in Peter's Synthesizer Shop in Laim mein erstes Musikprogramm: Master Tracks Pro. Damit war wieder alles ganz anders- Musikmachen auf dem Bildschirm wurde für mich eher zur Wissenschaft, und damit irgendwie lästig. Das hatte nun wirklich nichts mehr mit spontanen Recording-Sessions zu tun. Schnell mal eine Idee festhalten war für mich mit dem Hardware- Sequencer irgendwie leichter...
Somit kam mit 1998 eine Zeit, die ich lieber als Keyboarder in einer Band verbrachte: Zusammen mit Sängerin Nari und dessen Mann Micky (b) gründeten ich eine neue Coverband, die noch aus zwei weiteren Ex- X-Change- Mitgliedern bestand: Roger, dem ehemaligen Gitarristen von 'Hard Like Oak', und Dirk (dr). Wir nannten uns: Fiveson Jack- der Name entsprang meinem kranken Hirn, wohl auch in der Hoffnung, in Zukunft etwas mehr Funk und Soul spielen zu können. Zu diesem Zweck kaufte ich mir einen Korg X5-D, ein Keyboard, das auch Sounds der M1 draufhatte.
Klappte soweit auch ganz gut- nach einiger Zeit wollte Nari eine Backgroundsängerin. Diese fing ein Verhältnis mit dem Gitarristen an, und drehte ansosten vollkommen ab. Somit verloren wir nicht nur eine furchtbar durchschnittliche Backgroundstimme, sondern auch noch den sehr, sehr guten Gitarristen Roger, um den ich heute noch trauere. Also brauchten wir einen neuen Gitarristen und neue Backing Vocals. Die kamen dann auch- und der Drummer verliebte sich in die neue Hintergrundsängerin, die er sogleich heiratete. Ein neuer Gitarrist mußte her. Nach einem kurzen Gastspiel eines äußerst depressiven Serbokroaten, der eigentlich Geld mit seiner Musik machen wollte, entschied sich die Band. Sandy wurde neue Backgroundsängerin. Und:
Der neue Gitarrist war ein Verfechter des Schweinerock, was hieß, es gab nur Marshall- und Humbucker- Sounds, dabei hätte ich mir eher cleane, funkige Strat-Shanks gewünscht. Nix da, von nun ab war ein präzises Timing unmöglich, deshalb wurde unser Sound auch rockiger- aber auch sehr verwaschen.
Nichtsdestotrotz hat es Spaß gemacht- obwohl mir die Herumschlepperei von Equipment, der Streß mit den Bandkollegen und der Technik so sehr auf den Sack gegangen ist, daß ich nunmehr friedlich zuhause Musik produzieren kann, die mir behagt.
Und hier ein paar Eigenkompositionen (alles MP3s, 128 kBit, 2-3 MB groß)- alles schon ein bisserl älter... (so um die 10-15 Jahre)
I Got To Wait
It's You
Rhythm In Person
Working All Day